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Die gegenwärtige Inselkirche ist, soweit wir wissen, die fünfte in der Geschichte.
Sie ersetzte seit 1890 die sehr viel kleinere von 1859, die ca. 20 m südöstlich stand. Davor gab es seit
der Weihnachtsflut von 1717, in deren Folge alle Bewohner Langeoog verließen, für mehr als 140 Jahre
überhaupt keine Kirche auf der Insel. Die Vorgängerkirchen dürften, entsprechend der Armut der damaligen
Bevölkerung, sehr bescheidene Bauwerke gewesen sein, die mit Sicherheit keinen Turm und vermutlich auch keine
Orgel oder ähnliches besaßen, sondern wahrscheinlich wochentags als Schulraum dienten.
Die heutige Inselkirche verdankt ihre Entstehung der seit der Eröffnung des Loccumer Inselhospiz 1885 rasch
steigenden Anzahl von Kurgästen auf Langeoog. Der Kurator des (evang.-luth.!) Klosters Loccum, der Jurist
Dr. Friedrich Wilhelm Barkhausen, vereinbarte mit dem Langeooger Kirchenvorstand, auf den geplanten Ausbau der
bestehenden Kirche von 1859 zu verzichten, und erbot sich, zusammen mit den vorhandenen Mitteln durch das Kloster
eine neue Inselkirche bauen zu lassen. Diese wurde im Frühjahr 1890 fertig
gestellt und am 29. Juni durch den
damaligen Oberkonsistoral zu Hannover und Abt zu Loccum, D. Uhlhorn, eingeweiht.
Der Turm der Inselkirche, die ursprünglich auf einer sonst unbebauten Düne
errichtet wurde, war mit einer Höhe von ca. 24,50m weithin sichtbar. Heute wird
die Sicht auf die Kirche durch die hohen Gebäude in der unmittelbaren
Nachbarschaft zumindest von der Hauptstraße und der Kirchstraße stark
eingeschränkt.
Bei der Bauweise hatten die ortsfremden Baumeister offenbar die klimatischen Verhältnisse auf der Insel
nur unzureichend berücksichtigt. Jedenfalls kam es schon sehr früh zu Feuchtigkeitsschäden, die
immer wieder nur notdürftig behoben wurden. Nach dem 2. Weltkrieg, in dessen Verlauf nichts für den Erhalt
der Kirche getan werden konnte, wurde aus einer anfangs geplanten Renovierung mit Blick auf die rasch steigende
Zahl der Bewohner wie der Urlauber eine Erweiterung der Kirche auf die doppelte Sitzplatzzahl. Die begrenzten Mittel
in Verbindung mit dem Zeitgeist führten allerdings dazu, dass auf eine Restaurierung der historischen
Elemente konsequent verzichtet wurde und der ältere Teil durch oberflächliche Reparaturen dem Anbau aus
Betonbau teilen angepaßt wurde.
Anfang der achtziger Jahre waren die Schäden dann so unübersehbar geworden,
dass an eine gründliche
Reparatur gedacht werden musste. Dem Kirchenvorstand gelang es, in Zusammenarbeit mit dem zuständigen
Architekten der Landeskirche, Horst Wetzel, aus der genehmigten Reparatur Stück für Stück eine grundlegende
Renovierung zu machen. Am Ende stand im Jahre 1990 eine Inselkirche, die trotz des durch die Erweiterung verloren
gegangenen goldenen Schnitts der Abmessungen den ursprünglichen Gesamteindruck der Kirche wieder herstellte.
Altar, Kanzel und Lesepult wurden entsprechend alten Fotos - die gesamten Unterlagen über die Kirche von 1890
sind vermutlich im 2. Weltkrieg während eines Luftangriffs auf Hannover vernichtet worden - fachgerecht nachgebildet,
die Empore als Bindeglied zwischen altem (1890) und neuem Bauteil (1958) neu konzipiert. Eine neue Orgel
aus der Werkstatt von Alfred Führer ersetzte das kleinere Vorgängerinstrument, das an die kath. Gemeinde
in Schortens verkauft werden konnte. Die Spende einer neuen Glocke ergänzte und
vervollständigte das Geläut.
Mit ihren knapp 400 Sitzplätzen kann die Langeooger Inselkirche an vielen Sonn- und Festtagen des Jahres der
Zahl der Besucher allerdings nur dadurch gerecht werden, dass zwei Gottesdienste
nacheinander gehalten werden. Außerdem bietet die Kirchengemeinde zusätzliche Gottesdienste
an Wochentagen an.
Weitere Einzelheiten zur Langeooger Inselkirche und zahlreiche Detailfotos in "100 Jahre
Inselkirche Langeoog..."
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