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Fünf Glocken hängen im Turm der Langeooger Inselkirche. Vier von ihnen bilden das sonntägliche Geläut
und rufen in verschiedenen Kombinationen mehrmals am Tag zur Besinnung; die fünfte und zugleich älteste
zeigt mittels eines kleinen Hammerwerks tagsüber an, was die Stunde geschlagen hat; und während der Gottesdienste
dient sie als Vaterunserglocke, die nach uralter Klostertradition die Menschen, die nicht am Gottesdienst teilnehmen
können, wenigstens zu ein paar Minuten der Stille ruft, um mit der Gemeinde drinnen das Vaterunser mitzubeten.
Das Geläut ist Stück für Stück mit der Inselkirche und ihrer Aufgabe mitgewachsen. In früheren
Jahrhunderten gab es keine Glocke auf der Insel. Ein Mast, an dem eine Fahne hochgezogen wurde, zeigte den Insulanern
den Beginn des Gottesdienstes an.

Erst die Inselkirche von 1890 wurde mit einer Glocke ausgestattet, die 1898 in Berlin-Zehlendorf gegosssen ist.
Nach der großen Erweiterung der Kirche 1959/60 wurde auch das Geläut mehrstimmig: Zu dem Schlagton c''
trat ein d'' und ein f'', zusammen die Anfangstöne des gloria in excelsis. 1982 kam eine vierte, größere
Glocke mit dem Ton a' hinzu. Seitdem lautet die Disposition auf das TeDeum-Motiv a-c-d-f. 1990 schließlich
mußte die über 100jährige c-Glocke durch einen Neuguß ersetzt werden, weil sie zu reißen
drohte. So kam die alte Glocke zu ihrem Sonderstatus.
Werktags läutet die f-Glocke um 8.oo Uhr, die d-Glock um 12.oo Uhr und die c-Glocke um 18.oo Uhr zum stillen
Gebet. Die tiefe Glocke ruft zu einem Trauergottesdienst, die beiden mittleren zu einer Trauung und die beiden
hellen zum Kindergottesdienst und zur Taufe.
Mehr zu den Langeooger Glocken, ihrer Entstehung und Gestaltung in "100 Jahre Inselkirche
Langeoog - Wissenswertes, Hintergründiges und Vergnügliches aus Langeoogs Vergangenheit" S.
171 bis 182.
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